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22.05.2013 Frühbarocke Werke zum Pfingstfest
Für Freunde der Kirchenmusik klang der Pfingstsonntag mit einem Konzert unter dem Titel Mein Herz ist bereit in der Johanniskirche aus. Das Johannis-Vokalensemble, Thomas Laske (Bariton), Susanne Walter (Barockvioline) und Petra Kießling (Barockvioloncello) mit Manfred Kamp als Dirigent bzw. Continuo-Spieler am Positiv führten Solokantaten und Motetten des Frühbarock auf. Dem Feiertag gewidmet war zu Beginn der Choral „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott" von Bach.
Zäsuren und Akzente gemäß der Textinterpretation, zart zurückgenommene Zeilenschlüsse und ein jubelndes Halleluja als Endformel stellten die 13 Sänger als Gemeinschaft vor.
Heinrich Schütz als bedeutendster Komponist des Frühbarock war mit sechs Werken vertreten. In drei fünfstimmigen Motetten aus der „Geistlichen Chormusik" von 1648 und zwei Motetten aus „Cantiones sacrae" wurde seine Text-Deutung ausgeleuchtet. Der Bariton mit samtschwarzer Tiefe und euphorischer Strahlkraft bei textlich-musikalischen Höhepunkten kam mit dem Geistlichen Konzert für Bass und basso continuo „Ich liege und schlafe" zu Wort. In einer Solokantate von Franz Tunder umspielte die Sologeige den Bariton und stieg bei der Schilderung des „Tränentals" mit dem Gesang in die Tiefe. Nicolaus Bruhns geistliches Konzert „Mein Herz ist bereit" für Bass, Violine und b. c. mit virtuosem Geigenpart, fanfarenfröhlichem Dreiklangsjubel und schwingenden Koloraturen des Sängers demonstrierte ein hohes Maß an Interpretationskunst.
In der Pause fand ein reger Gedankenaustausch in der Fangemeinde statt: Im Sopran wurden bei aller Leichtigkeit des Aufstiegs in die Höhe manchmal „Spitzen"-Töne zu wörtlich genommen. Die zwei Altstimmen hatten gegen sechs Soprane einen schweren Stand. Tenor und Bass mischten sich gut. Eine Tonangabe bei Bruhns mitten im Stück irritierte. Auf dem Wege durch das virtuose Tondickicht war die Geige einmal ausgerutscht.
Die Sonata Nr. 2 D-Dur von Buxtehude für Geige, Cello und b. c. mit übereinstimmender Artikulation im Themenaustausch stand seiner fünfstimmigen Missa brevis voran, bei der man den Chor wegen seiner souveränen Beherrschung verästelter polyphoner Linearität bewunderte. Nach einem Geistlichen Konzert für Bass, Geige und b. c. von Ignaz Franz Biber freute sich das Publikum über ein Chor-Abendlied als Zugabe.

Von Renate Schmoll