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Datum News
27.11.2013 MOZART-REQUIEM
in der Johanniskirche Hagen
Von Renate Schmoll
Am Ewigkeitssonntag führte KMD Manfred Kamp in der Johanniskirche das berühmte Requiem KV 626 von Mozart auf. Almut Philipp, Sopran, Elvira Bill, Alt, Vincent Lesage, Tenor, und Peter Schöne, Bass, bildeten ein hervorragendes Solisten-Ensemble, in Timbre und Ausdruck perfekt aufeinander abgestimmt. Das Neue Rheinische Kammerorchester Köln malte in drohend düsteren oder tröstend hellen Farben den instrumentalen Hintergrund zu der Totenmesse.

Ausgewogenes Klangvolumen
Im Mittelpunkt standen das Johannis-Vokalensemble, Mitglieder der Johanniskantorei und das Forum Vocale Arnsberg (Einstudierung: Angelika Ritt-Appelhans) mit ausgewogenem Klangvolumen. Mozarts letzter Komposition waren Adagio und Fuge c-Moll KV 546 vorangestellt, hier in der Bearbeitung für Kammerorchester. Die Streicher lieferten ein lebendiges Zeugnis der Kenntnis des Meisters barocker Kompositionspraxis und fügten klassische Klangästhetik mit strenger Formenvorschrift zu einem echt Mozartschen Meisterwerk zusammen: Ein Spielen mit Umkehrung und Engführung des Themas nach einem Adagio.
Das Requiem, von dem niemand genau weiß, wie viele Stücke aus Mozarts Feder stammen und wie viele von seinem Schüler Süßmayr nach seinen Anweisungen (auf dem Sterbebett) hinzugefügt wurden, hatte wie alle Kompositionen des Meisters dramatische Züge.
Die Streicher wurden durch dunkle Holzblasinstrumente, Trompeten, Posaunen, Pauken und Orgelpositiv als Basso Continuo ergänzt, geeignet, düstere Szenarien wie die Abgründe der Hölle („Dies irae") zu schattieren. Innige Gebetshaltung klang in sanften Dreiklangsgirlanden der Geigen wie in dem Solistenquartett: „Domine Jesu".

Glanzleistung an Gewandtheit
Das gregorianische Magnificat aus dem Lobgesang der Maria klang im einleitenden „Requiem aeternam dona eis" wie im abschließenden „Lux aeterna" im Sopran-Solo auf und wurde jeweils vom Chorsopran wiederholt. Die Choristen lieferten mit der großen Fuge des „Kyrie" eine Glanzleistung an Gewandtheit in der Behandlung von langen schnellen Vokalisen: in Vierergruppen gebündelt gelangen sie mit minimalen Akzenten in perfekter Übereinstimmung mit dem Orchester. Auffallend an diesem Stück war das Fehlen der für tröstliches Dur oder düsteres Moll verantwortlichen Terz im Schluss-Akkord wie auch am Ende der Messe: Mit der „leeren" Quinte ein Zugriff Mozarts auf uralte Musikmodelle als Sinnbild für das Schweben des Sterbenden zwischen Erlösung und Verbannung?
Auch durch die Wiedergabe des Textes mit kurzen Solo-Abschnitten, meist im Wechsel der Stimmen oder als Quartett und durch die durchkomponierte Form der vielen Chorsätze ohne lange Wiederholungen gewann die Messe an Spannung. Das Publikum spendete wohlverdienten langanhaltenden Beifall.