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Datum News
08.04.2014 Perfektes Programm mit seltenen Werken
von Renate Schmoll
Hagen. Zahlreiche Musikfreunde freuten sich am Sonntagnachmittag in der Johanniskirche über ein apartes Programm mit selten gespielten Werken. Der Johanniskantorei gelang dieser Aufbruch „zu neuen Ufern" unter Mitwirkung von Anna Kellnhofer (Sopran) und Spielern des Philharmonischen Orchesters sehr gut. Unter ihnen taten sich Mario Krause (Fagott) und Andreas Mirschel (Oboe) als Solisten hervor. Barbara Frühauf-Kamp war als Continuo-Spielerin an der Orgel unersetzlich. KMD Manfred Kamp stellte den Chor mit dem Geistlichen Konzert Nr. 76 „Vom Leiden Christi“ für fünfstimmigen Chor und Instrumente von Hammerschmidt (um 1611-1675) vor anspruchsvolle Aufgaben. Sechs Zweizeiler wechselten zwischen Frauen- und Männerstimmen die Besetzung; am jeweiligen Refrain waren alle beteiligt.

Schnell, langsam, schnell
Der Komponist wertete den Text plastisch aus; so choralartig getragen die Zeile „An dem Holze stirbt das Leben", dem die Fortsetzung „Höll und Tod wird preisgegeben" ein quasi höllisches Tempo entgegensetzte.
Der Fagottist präsentierte das Konzert G-Dur RV 493 von Vivaldi mit drei kurzen Sätzen im Schema schnell, langsam, schnell mit weicher samtdunkler Tongebung und virtuoser Gewandtheit. Homilius (1714-1785) kam mit der kurzen Motette „Siehe, das ist Gottes Lamm" für vierstimmigen Chor und Instrumente zu Wort; viel Akkordik, parallel laufende Passagen und leicht fassliche Motiven trugen schon nachbarocke Züge. Graupner (1683-1760) teilte die Kantate „Wie bald hast du gelitten" nach Geschlechtern auf. Dem schwingenden Gesang der Frauen gaben die Männer dunklen Grund mit anderem Text; die Choralmelodie „Von Gott will ich nicht lassen“ klang hier an und setzte sich in der letzten gemeinsam gesungenen Strophe endgültig durch.

Motette vereint Mitwirkende
Höhepunkt des Konzerts war die Kantate „Mein Herze schwimmt im Blut" für Sopran, Oboe, und Streicher BWV 199 von Bach. Hier kam Anna Kellnhofers ausdrucksstarker, besonders in hohen Lagen metallisch strahlender Sopran brillant zur Geltung, kongenial mit virtuosen Passagen umspielt von der Oboe. Im tänzerischen Rhythmus strömte die Schluss-Arie euphorische Freude aus, die Versöhnung mit Gott betonend. Die Motette „Unser keiner lebt ihm selber" von Johann Valentin Meder (1649-1719) vereinte alle Mitwirkende und demonstrierte noch einmal die Stärken des Chores. Begeisterter Beifall belohnte die Musiker

Westfalenpost, 8. April 2014