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21.06.2016 Konzert ganz im Zeichen der Romantik
Das Johannis-Vokalensemble und Manfred Kamp erinnern an Max Reger
Unter der Leitung von KMD Manfred Kamp sang das Johannis-Vokalensemble, quasi ein Solisten-Kreis von 15 Personen. Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) hatte zwei Motetten nach Psalm 116 und 2 (op. 40,1 und 2) komponiert. Flehen um Erlösung
Zunächst ging es um die Errettung aus ,,...des Totenreichs Gefahren." Mit perfekter Intonation und Ausdruckskraft interpretierte der Chor den Text. Zartes Flehen um Erlösung und Furcht vor Bedrängnis bildeten lautstärkemäßig Kontraste. Choralartig gebundene Akkorde wechselten mit nacheinander einsetzenden Stimmenverflechtungen.
Der Sopran leuchtete in der Höhe hell auf, auch die anderen Stimmen setzten sich durch. „Warum toben die Heiden...?" Eine in erregtem Tempo wiederholte Frage leitete Psalm 2 ein. „Selig alle, die auf ihn vertrauen": Die Gläubigen kommen zur Ruhe, fantastisch in sanftem chorischem Verhauchen dargestellt. Auch in zwei lateinischen Motetten aus op. 176 wurden die textlichen Gegensätze plastisch in Musik umgesetzt.

Majestätische Akkorde
Manfred Kamp profilierte sich an der Orgel mit Toccata und Fuge aus op. 59 von Max Reger, an dessen Tod vor 100 Jahren jetzt in Hagen allerorten erinnert wird. Rasend schnelles Laufwerk mündete immer wieder in majestätische Akkorde. Ein kleines flötiges Zwischenspiel betonte den starken Kontrast zwischen mächtigem Anfangs- und Schlussblock. Die ruhig fließende Fuge hatte ein fast liedhaftes Thema. Drei Chorsätze für vier- bis fünfstimmigen Chor von Reger waren im schlichten Choral-Modus gehalten; Wanderungen der Stimmen durch viele unterschiedliche Tonarten brachten Farbe ins Konzept.
Rheinberger war mit einem Monolog aus op. 162 und dem Intermezzo aus der Orgel-Sonate Nr. 4 a-Moll op. 98 vertreten. Auch diese sanfte „Hirtenmusik" mit einem lebhaft begleiteten Mittelteil fügte sich gut in die romantische Grund-Stimmung des Konzerts ein.

Geisterhaftes Echo
Mit der Motette op. 74 „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen" op. 74 von Brahms hatte sich der Chor eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Das Fragewort bestimmte den ersten Teil der aus diversen Bibelstellen zusammengesetzten Texte: Mehrfach wiederholt, zunächst akzentuiert laut, dann als geisterhaftes Echo in der Tiefe. Der Luther-Choral „Mit Fried und Freud fahr ich dahin" setzte Fragen und Suchen ein schlichtes Ende: „Der Tod ist mir Schlaf worden" in tiefen friedlichen Schluss-Akkorden.
Das Konzert, das allen Zuhörern vom unbefangenen Musikliebhaber bis zum fortgeschrittenen Hörer zu Herzen ging, wurde mit begeistertem Beifall belohnt. Der Chor bedankte sich mit der Wiederholung der 1. Motette.
Westfalenpost Hagen, 21.06.2016