Home
Kantorei
Konzerte
Musik
Förderer
Adressen
Links
Impressum

 

Datum News
22.11.2016 Festliche Konzertstimmung in der Johanniskirche am Markt
Großes Publikum am Ewigkeitssonntag.
Gut besetzte Solo-Partien
Unter der Leitung von KMD Manfred Kamp sangen das Johannis-Vokalensemble, Mitglieder der Johanniskantorei und das Forum Vocale Arnsberg (Einstudierung: Angelika Ritt-Appelhans). Die Solo-Partien waren mit Anna Feith, Sopran, Katharina Georg, Alt (eingesprungen für die erkrankte Dominique Aline Bilitza), Dávid Szigetvári, Tenor, und Peter Schöne, Bass, hervorragend besetzt. Die Capella Westfalica musizierte diesmal auf klassischen Instrumenten, die mit 430 Hertz höher gestimmt waren als die barocke Variante.
Barbara Frühauf-Kamp am Orgelpositiv sorgte für den Generalbass-Hintergrund. Blechbläser und Pauke setzten Akzente in Mozarts „Vesperae solennes de Confessore“ KV 339 (Vesper eines Bekenners), 1780 für den Salzburger Hof geschrieben und sechs Psalmen-Vertonungen enthaltend. „Dixit Dominus“ interpretierte plastisch die Allmacht Gottes: in bedrohlicher Düsternis den Tag seines Zoms, euphorisch jubelnd das Gloria, zuerst vom Solistenquartett vorgetragen, dann vom Chor bestätigt.
In kurzen Pausen der Stimmen setzten die Streicher lebhafte Akzente. „Laudate Dominum“ (Lobet den Herrn), der kürzeste Psalm der Bibel und das bekannteste Stück dieses Werkes, bestach durch die Sanftheit der Melodik in Gesang und Begleitung, aus der sich der Solo-Sopran mit weichem Timbre hervorhob.
Haydns Missa in Angustiis (in Bedrängnis) in d-Moll Hob. XXII, die Nelson-Messe, setzte zusätzlich Holzbläser ein, darunter die Klarinette, ein Instrument, das in der Zeit der Klassik seinen Ursprung hatte. Im „Kyrie“ schrie der Chor nach kurzer majestätischer Orchester-Einleitung förmlich nach Barmherzigkeit; ein bewegliches Solistenquartett mit Chor-Einwürfen war sich der Güte Gottes sicher; zarte Holzbläser stimmten ihm zu. „Qui tollis peccata mundi“: Die Sünde drückte den Solo-Bass in die Tiefe, auch die Sopranistin klang bedrückt, der Chor sang im Hintergrund geisterhaft leise „wie aus einer andern Welt.“
Das Orchester war geprägt durch einen gleichmäßigen Rhythmus wie Herzklopfen. „Et esurrexit“: Hier gelang dem Solo-Sopran ein himmlisch inniges „Amen“. Die Blechbläser bestätigten den Glauben an die Auferstehung der Toten durch einen aufsteigenden Dreiklang. Im „Agnus Dei“ steigerten sich Chor, Orchester und Solisten von andächtiger Anfangsphase zu strahlender Euphorie. Das Publikum applaudierte begeistert und bekam die Wiederholung des „Gloria“ als Zugabe geschenkt. Erika Butterweck fand das „Qui tollis“ „sehr homogen und schön leise. Das Orchester war ein bisschen laut.“ Auch Rosemarie Swenshon war das Orchester „teilweise ein bisschen wuchtig. Die Solisten sangen sehr ausgeglichen“.

Überzeugende Solisten
Renate Otto lobte den Chor: „ Die Soprane waren in der Höhe sehr gut. Der Chor ist über sich hinaus gewachsen. Das ,Laudate’ war unsentimental, das hört man woanders manchmal fast kitschig“. Martin Gädeke stimmte der Begeisterung des Publikums voll und ganz zu. „Die Solisten waren überzeugend.“ Heinrich Halverscheid, aus Schwerte angereist, fand die „Vesperae solennes am schönsten, „bei Haydn war der Chor in der Aussprache manchmal schwer verständlich. Das Ganze war dramatisch gemacht, das Orchester gut, manchmal laut. Die Altistin war manchmal etwas unterbelichtet, hatte aber auch sehr schöne Stellen.“ Also insgesamt ein gelungenes Konzert.

Westfalenpost Hagen, 22.11.2016