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21.03.2017 Inbrünstige „Vier Kantaten zur Passion“
Johanniskantorei begeistert mit Bach-Konzert
Dorothea Brandt, Sopran, Annika Kaschenz, Alt, Nils Giebelhausen, Tenor, und Thomas Laske, Bass, waren ein optimales Solisten-Team: ein kirchenmusikalisch warmes Timbre, schlichte Passagen und lange Koloraturen zur plastischen Darstellung der Text-Höhepunkte bestimmten das Konzert. Besonders der Bass hatte viel zu tun. Die Kantate „Jesus nahm zu sich die Zwölfe“ BWV 22 schildert die Aufforderung an die Jünger, den schweren Weg nach Jerusalem anzutreten. In einem scheinbar verworrenen Stimmengeflecht vernahm man im Chor deren Unverständnis.
Die folgende Alt-Arie mit sanfter Umspielung der Solo-Oboe (Alessandro Piqué) schilderte die Bereitschaft der Gläubigen, dem Erlöser zu folgen. Die Tenor-Arie „Mein alles in allem“ besang fröhlich mit Orchesterbegleitung den ewigen Frieden; fantastisch die Übereinstimmung der Instrumentalisten in Takt, Phrasierung und Akzent-Setzung. Die berühmte „Kreuzstab-Kantate“ BWV 56 wurde bis auf den Schluss-Choral vom Solo-Bass gestaltet. Ergreifend wertete Laske den Text aus: „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“, in der Bach in einer tonartfremden Note die Tragik des Geschehens darstellt. Im Orchester hörte man schwerlastige Seufzer-Passagen: „Da leg ich den Kummer auf einmal ins Grab“. Es wurde heiter: das „gelobte Land“ kam in schlichtem Silbe-gegen-Note-Gesang in Sicht. „Liebester Jesu, mein Verlangen“ BWV 32: Hier hatten Sopran und Bass viel zu tun. Höhepunkt war das Duett „Nun verschwinden alle Plagen“, fröhlich von Solisten und Orchester geschildert.

Passion mit Leiden und Trost
Die Kantate „Himmelskönig, sei willkommen“ BWV 182 wurde von einer orchestralen Sonata eingeleitet. Claudius Kamp, Blockflöte, und Mechthild Werner, Solovioline, betonten ihren tröstlichen Charakter mit schwingender Stimmführung. Nach dem Choral „Jesu, deine Passion“ hatte die Kantorei mit „So lasset uns gehen in Salem der Freuden“ das letzte Wort. Das Publikum war begeistert. Manfred Otto war erschüttert: „Die Leistung von Thomas Laske in der Kreuzstabkantate war grandios. Das war toll. Hoffentlich bleibt die Capella Westfalica, die Manfred Kamp zusammengestellt hat, noch lange bestehen.“ Andreas Lohmeier lobte: „Die Zusammenstellung hatte alles, was eine Passion auch in unserer Zeit ausmacht: Leiden, Zweifel, Trost und Hoffnung.“

Westfalenpost Hagen, 21.03.2017